Mithilfe der Bürger ist gefragt
So wurde der letzte Artikel im Unstrut Journal (7/2010) eingeleitet, welchen ich im Folgenden einfach mal unverändert abdrucke.
Der Landkreis Eichsfeld versucht in Sachen LSR AG nach wie vor mit Verharmlosung und Irreführung die Einwohner und Betroffenen zu beruhigen. So wurde in einer Pressemitteilung behauptet, dass nach der Messung vom 3. März „sich sämtliche organischen Einzelkomponenten, insbesondere solche mit toxischer und krebserzeugender Wirkung, unter der Nachweisgrenze befanden.“ Korrekt ist, dass nur einige Einzelkomponenten im Untersuchungsumfang enthalten waren und unklar ist, welche organischen Abgaskomponenten zu dem Summenwert des gesamtorganischen Kohlenstoffgehaltes (Cges) beitragen.
In dem uns vorliegenden Schreiben des Thüringer Ministeriums für Landwirtschaft, Forsten, Umwelt und Naturschutz an Vertreter des Stadtrates von Dingelstädt und des Bürgermeisters von Kefferhausen zu den Ergebnissen der Abgasmessung am 3. März heißt es weiterhin, dass der gemessene Cges – Wert wohl über den 20mg/m³ die lt. Genehmigung zulässig sind, liegen wird.
Hier ist noch zu berücksichtigen, dass die Messung bereits einen Tag zuvor vom Landrat Dr. W. Henning in der Presse angekündigt wurde. Also bei einer angekündigten Abgasuntersuchung wurde der einzige Grenzwert voraussichtlich nicht eingehalten. Der Landkreis Eichsfeld erweckt mit seiner Pressemitteilung den Eindruck, dass alles in Ordnung ist, dabei wird der einzige in der Anlagengenehmigung festgesetzte Grenzwert (Cges) überschritten und krebserregende Stoffe (Dioxine, PCB) wurden bei der Abgasmessung erst gar nicht berücksichtigt!
Die gefährlichen Giftstoffe PCB und Dioxine, die in der Abwasserprobe der Stadt Dingelstädt nachgewiesen wurden, sind in der Abgasmessung am 3. März gar nicht verprobt worden!
Zu diesen Giftstoffen, die im Abwasser nachgewiesen wurden, heißt es in der Analyse des unabhängiges Prüflabors FOOD vom 7. Dezember 2009:
„Es wurde weiterhin auf Polychlorierte Dibenzodioxine und –Dibenzofuorane (PCDD/PCDF) sowie auf Polychlorierte Biphenyle (PCB) untersucht. Beide Stoffgruppen sind kanzerogen (Anmerkung: krebserregend) und besondere Umweltgifte, da sie nur sehr langsam abgebaut werden und außerdem über die Nahrungskette in den Menschen gelangen. Diese Verbindungen wurden z.T. in extremer Höhe (siehe PCB) nachgewiesen. Die Herkunft in Verbindung mit einem kunststoffverarbeitenden Betrieb ist bei den PCB wiederum unklar, da diese seit der PCB-Verbotsverordnung nicht mehr in der Industrie verwendet werden dürfen.“
Das Prozessabwasser mit diesen Giftstoffen entsteht bei der Abgaswäsche der LSR AG. In welcher Konzentration diese Giftstoffe im Abgas des Schornsteins noch vorhanden sind, kann man nicht vorhersagen, da hierzu einfach keine Untersuchungen vom Landkreis erfolgt sind.
Diese „besonderen Umweltgifte“ atmen die betroffenen Bürger bei ungünstiger Windrichtung möglicherweise ein. Über das Abwasser, dessen Reste durch den Klärschlamm der Kläranlage in Horsmar auf die Felder verteilt werden, gelangen diese Gifte auch in die Nahrungskette. Die zahlreichen Krebsfälle besonders bei Kindern in Kefferhausen und Dingelstädt könnten auf eine besondere Belastungssituation in diesen Orten hindeuten. Es wäre dringend geboten, sich dieser Thematik seitens des Landkreises anzunehmen und mögliche Ursachen zu erforschen.
Das Umweltamt des Landkreises behauptet gegenüber dem Bau- und Umweltausschuss (z.B. in der Sitzung vom 09.11.2009), dass sich nur einige Bürger in Dingelstädt und Kefferhausen beim Umweltamt über den Gestank beschweren würden. Daher die Bitte an alle, die für eine gesetzeskonforme Aufarbeitung des Themas Emmissionen LSR AG eintreten und denen der Gestank zusetzt:
Wenden Sie sich per Email oder Telefon an das Landratsamt, um die Belästigung mit Angaben zum Standort und dem Zeitpunkt kundzutun.
Die Kontaktdaten:
Email: umweltamt@kreis-eic.de
Tel: 03606-6507010 oder 6507000
gez. Bau- und Umweltausschuss der Stadt Dingelstädt
Hier noch die Originale des Gutachtens in gescannter Form
Seite 1 – LSR AG Prüfbericht Dingelstädt Food
Seite 2 – LSR AG Prüfbericht Dingelstädt Food
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